Saisonrückblick 2011/2012

Saisonrückblick 2011/2012

Die Drittliga-Saison 2011/2012 ist vorüber und unser SV Sandhausen steigt als Meister in die 2. Bundesliga auf. Grund genug um mal ein wenig auf die vergangene Runde zurück zu blicken und einen Ausblick auf die nächste Saison zu werfen.

Die Mannschaft wurde vor der Runde nicht groß verändert und die eingespielte Mannschaft der Rückrunde blieb weitestgehend zusammen. Einen gravierenderen Wechsel gab es dafür im sportlichen Umfeld. Otmar Schork übernahm die sportliche Verantwortung von Tobias Gebert und das war eine gute Entscheidung.

Ganz Sandhausen fieberte im  Sommer der ersten Runde des DFB Pokals entgegen. Der SVS zog mit dem Deutschen Meister Borussia Dortmund das große Los. Das Hardtwaldstadion war ausverkauft und wir erlebten ein tolles Fußballfest. Der SVS verlor zwar gegen den alten und neuen Deutschen Meister mit 0:3 aber es war teilweise eine Augenweide wie Götze, Hummels oder Kagawa am Hardtwald aufspielten. Die Saison begann mit einem 2:0 Heimsieg gegen Aalen. Beim ersten Auswärtsspiel in Offenbach war der SVS eigentlich das bessere Team, konnte trotz Chancen aber keine Tor erzielen und verlor mit 2:0. Einen richtigen Dämpfer gab es dann beim Auswärtsspiel in Oberhausen. Mit 4:1 und schwacher Leistung ging man beim Zweitligaabsteiger ein. Doch Gerd Dais fand anscheinend die richtigen Worte, denn nach Oberhausen startete der SVS eine Serie von 10 ungeschlagenen Spielen ( 7 Siege, 3 Unentschieden) und setzte sich an der Tabellenspitze fest.  Erst im Dezember in Heidenheim ging man wieder als Verlier vom Platz. Das Aufstiegsjahr 2012 begann wieder mit einer bitteren Klatsche. 4:1 verlor der SVS gegen Darmstadt 98. Auch das Spitzenspiel in Aalen, bei Temperaturen wie im Gefrierschrank, wurde verloren und somit blieb die Tabellenführung an der Ostalb. Und kurz darauf war es dann zu Hause soweit, nach über einem Jahr am Hardtwald ungeschlagen verloren wir mit 0:3 gegen Chemnitz. Doch wie so oft in dieser Runde nach Rückschlägen kam der SVS schnell wieder auf die Beine. Ein 4:0 Auswärtssieg in Wehen-Wiesbaden brachte uns wieder in die Spur. Ein persönliches Highlight der Rückrunde war für mich das Spiel gegen Jena. Nach 10 Minuten einen Elfmeter verschossen, danach ständig angerannt und viele Chancen vergeben und dann endlich 3 Minuten vor Schluss das erlösende 1:0 durch Regis Dorn. Die Gefühle fuhren bei und nach dem Tor Achterbahn! Es fand nun fast wöchentlich ein Wechsel an der Tabellenspitze zwischen Aalen und Sandhausen statt, doch am 14.04. beim 1:0 Heimsieg gegen den VFB Stuttgart II konnte sich der SVS absetzen und benötigte nur noch 3 Punkte um den Aufstieg perfekt zu machen.

Eine Woche später in Münster solle es dann soweit sein. Der SVS gewinnt durch 2 Tore von Tim Danneberg mit 2:1 und der größte Erfolg der 96-jährigen Vereinsgeschichte ist wahr geworden – der SV Sandhausen ist in die 2. Bundesliga aufgestiegen! Mannschaft und Fans feierten, den wahr gewordenen Traum, im Stadion in Münster ausgiebig. Spät nachts bei der Rückkehr der Mannschaft aus Münster empfingen über 500 Fans unsere Aufstiegshelden vor dem Hardtwaldstadion und feierten die ganze Nacht. Tolle und unvergessliche Momente!

Das letzte Heimspiel gegen Heidenheim wurde leider mit 1:2 verloren aber trotzdem sicherte sich der SVS die Tabellenführung, steigt damit als Meister auf und holt den Meisterpokal der 3. Liga nach Sandhausen.  Mannschaft und Fans feierten ausgelassen, trotz strömenden Regen bei der Meisterehrung, bis lange in die Nacht hinein. Eine tolle Saison war zu Ende, gekrönt mit der Meisterschaft und dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Interessant übrigens, dass mit Sandhausen und Aalen nun zwei Vereine aufgestiegen sind, die beide in der letzten Saison lange gegen den Abstieg gekämpft haben.

 

Aus Helden wurden Legenden und man wird sich an die Aufstiegshelden in Sandhausen noch lange erinnern. Darum hier bei uns auch ein kleiner Saisonrückblick für jeden Spieler:

 

Gerd Dais: Der Vater unseres Aufstiegs. Seit Gerd zurück am Hardtwald ist ging es wieder aufwärts. Manchmal kritisiert wegen einer eher defensiven Spielweise, aber im Endeffekt hat er alles richtig gemacht. Und unsere Defensive war die Grundlage für den späteren Aufstieg. Danke Gerd! Ein großer Teil des Aufstiegruhms gehört dir.

Thorsten Damm: Der Mann im Hintergrund. Ruhig, sachlich und mit großem Fußballfachwissen. Auch dir Danke, Thorsten!

Daniel Ischdonat: ISCH-DO-NAT! Unsere Nummer 1 und Liebling der Fans. Blüht im hohen Fußballalter nochmal richtig auf. Ganz starke Saison gespielt.

Philipp Kühn:  Kam auf einige Einsätze und war immer da wenn man ihn brauchte. Besonders seine langen Abschläge haben sich bei mir eingeprägt.   

Julian Böttger:  Kam nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz.

Michael Schick:  Bekam diese Runde nur Einsätze in der zweiten Mannschaft und wird uns zum Saisonende verlassen. Schade, ist ein netter Kerl. Mach es gut!   

Kristjan Glibo: „Kristjan Glibo Fußballgott“. Mit Glibo auf der 6 vor der Abwehr begann der Aufschwung beim SVS. Räumte in der Defensive vieles ab, verlor dann nach einem schwächeren Spiel in Darmstadt leider seinen Stammplatz. 

Daniel Schulz: Ein Mann wie ein Baum! Mit einer überragenden Saison in unserer Abwehr. Daniel machte diesmal nicht nur hinten dicht sondern trug sich auch in die Torschützenliste ein. Weiter so!

Marco Pischorn: Bam-Bam spielte ebenso wie Schulz eine überragende Runde. Und wie Schulz ist Marco auch bei jedem Standard mit vor dem gegnerischen Tor, sorgt für Gefahr und machte wichtige Tore. Seine Sprungkraft ist einmalig. Marco ist unser Spieler der Saison!

Julian Schauerte: Stabilisierte die rechte Abwehrseite und leitete viele gefährliche Angriffe ein. Tolle Weiterentwicklung, die in der zweiten Liga noch weitergehen wird. Bei den Feierlichkeiten zum Aufstieg immer vorne mit dabei. Klasse Typ! Und in unserer Wertung nur ganz knapp hinter Bam-Bam als Spieler der Saison gelandet.

Jan-Andrè Sievers: Mit einigen Einsätzen in der Verteidigung konnte sich aber nicht profilieren. Wird uns in Richtung Fortuna Köln verlassen. Mach es gut!

Marcel Busch: Spielte eine starke Vorbereitung  aber konnte in der Liga leider nicht dran anknüpfen. Kam daher nur zu wenigen Einsätzen, erzielte aber ein schönes Tor in Wehen-Wiesbaden.  

Sören Halfar: Die Abwehrposition hinten links war in der Vergangenheit unsere Problemzone. Mit Sören Halfar war das Problem dann erledigt. Sehr gute Vorrunde, dann leider verletzt und wird erst in der zweiten Liga wieder mitmischen. Feierbiest ;-)

Marcel Kandziora: Gutes erstes Jahr von Marcel in Sandhausen. Begann die Saison im linken Mittelfeld und spielte in der Rückrunde in der linken Abwehrreihe. Muss noch etwas  an seinen Flanken arbeiten aber Einsatz und Leidenschaft passen.   

Ole Kittner: Vertreter von Pischorn oder Schulz. Spielte bei seinen Einsätzen ordentlich, kam an Bam-Bam und Schulz aber nicht vorbei.

Roberto Pinto: Blühte gegen Ende der Runde nochmal richtig auf. Pinto kann den Ball halten, Gegner ausspielen und bringt gefährliche Flanken. Wäre schade, wenn er uns nicht erhalten bleibt. Danke Robbe für eine tolle Saison.

David Ulm: Unser Mittelfeldregisseur. Bringt Spielwitz und Ideen ein. Bis auf wenige Spiele eine klasse Saison vom sympathischen Franzosen.

Tim Danneberg: Machte unseren Aufstieg in Münster mit seinen Toren klar. Als Antreiber und Motor im Mittelfeld viel unterwegs. Nun endlich in der zweiten Liga angekommen.   

Danny Blum: Tja, was soll man über Danny sagen? Manchmal Weltklasse aber manchmal eben auch nur Oberliga. Bei Danny fehlt die Konstanz. Mit seiner Schnelligkeit und Technik ist er über Außen oft gefährlich gewesen. Vor dem Tor fehlt manchmal noch die Kaltschnäuzigkeit, diese Saison aber schon besser als letztes Jahr. Wenn Danny es schafft konstanter zu werden, dann wird er in der zweiten Liga eine feste Größe im Team werden.

Dominik Rohracker: Kleiner Wirbelwind mit einigen Einsätzen zu Rundenbeginn. Später leider nur noch in der zweiten Mannschaft eingesetzt und wird uns zum Saisonende verlassen. Mach es gut, Dominik!  

David Blacha: Großes Talent im Mittelfeld. Hatte mit David Ulm aber einen ganz starken Konkurrenten.  In den Spielen ließ er immer mal wieder sein Können aufblitzen, insgesamt aber noch zu wenig für einen Stammplatz.

Jan Fießer: Ging mit einer schweren Schulterverletzung in die Runde und konnte daher erst in der Rückrunde einen Stammplatz erkämpfen. Jan bringt immer 100% Einsatz und ist als „Kampfschwein“ verdammt wichtig fürs Team. Noch dazu ist die volle Identifikation mit Sandhausen bei Jan vorhanden.  

Nico Klotz: Winterneuzugang aus Paderborn. Schnell und flink. Hatte mit Pinto einen starken Konkurrenten auf der rechten Außenbahn. Belebte aber bei seinen Einsätzen unser Spiel und war nach vorne oft gefährlich.

Peter Prokop: Hatte keine Einsatzzeiten in der ersten Mannschaft.

Règis Dorn: Kam aufgrund unseres Systems mit einem Stürmer diese Saison nicht so richtig zum Einsatz. Erzielte gegen Jena aber eines der wichtigsten Tore der Saison. Regis hat sich trotz seiner fehlenden Einsatzzeiten nicht hängen lassen, loyal Verhalten und dadurch nicht für Unruhe gesorgt. Danke! 

Frank Löning: „Frank the Tank“. Unser Kapitän mit überragender Vorrunde und vielen Toren. In der Rückrunde lief es nicht mehr ganz so. Frank ist der Führungsspieler in unserem Team. Vorne im Sturm war er aufgrund unseres Spielsystems oft mal alleine aber er holt sich die Bälle, kann den Ball halten und auch den „tödlichen“ Pass spielen.

Aykut Ötztürk: Ein Kämpfer und Spieler der mit vollem Einsatz dabei ist. Manchmal etwas zu eigensinnig , daher auch kein Stammspieler.

Adriano Grimaldi: Kam in der Winterpause als Ersatz für Imbs. Hatte nur einige Einwechslungen. Zeigte dabei einen guten Einsatz und Kampfgeist. Vor dem Tor fehlte allerdings die Abgeklärtheit.

Yannik Imbs: Einige Kurzeinsätze, jedoch keine Chance hinter Löning. Hat uns daher in der Winterpause verlassen

 

Sandhäuser merkt euch diese Namen, denn diese Jungs sind zur Legende geworden!

 

Jetzt spielen wir in der nächsten Saison also in der 2. Liga und wir alle freuen uns darauf. Die zweite Liga bringt einige Veränderungen. So bekommt unser Hardtwaldstadion durch die neuen Tribünen ein anderes Gesicht, der SVS wird eine größere Medienpräsenz bekommen und die Anstoßzeiten werden sich verändern. Und letzteres ist das einzig blöde was mich an der zweiten Liga nervt. Künftig spielen wir also Freitags um 18 Uhr oder Samstags um 13 Uhr oder Sonntags um 13:30 Uhr oder Montags um 20:15 Uhr. Noch dazu werden die Spiele immer erst recht kurzfristig terminiert was die Planung von Auswärtsfahrten ziemlich erschwert.

Es wird eine sehr schwere Runde für uns werden und von der ersten Minute wird es für uns darum gehen den Klassenerhalt zu sichern. Wir werden als „Absteiger Nr. 1“ gehandelt aber vielleicht ist genau das auch unsere Chance. Wir sind in der 2. Liga ein echter Underdog und werden so auch wahrgenommen. Wir haben keine topmoderne Fußball Arena, sondern ein altes, umgebautes Oberliga Stadion. Hier ist man eng am Spielfeld und hier wird Fußball noch gearbeitet und gelebt. Wir haben keine 1000 Fans die regelmäßig auswärts fahren aber es werden mehr. Wir sollten als kleiner Dorfverein, wie bisher schon, offen gegenüber unseren Gästefans sein und in Sandhausen sollte es möglich sein mit gegnerischen Fans im Biergarten vor dem Clubhaus etwas zu trinken und sich auszutauschen, was bei großen Traditionsvereinen aufgrund von Sicherheitsbedenken der Polizei gar nicht mehr geht. Vielleicht ist es das was Sandhausen in der zweiten Liga dann auch ausmacht. Dorfverein, klein, vielleicht nicht so viele Zuschauer, aber sympathisch und ehrlich. Und vor allem, wir haben uns als kleiner Dorfverein sportlich für die 2. Liga qualifiziert ohne einen Geldgeber in der Größenordnung von Hoffenheim oder RB Leipzig in der Hinterhand zu haben. Klar bezahlen wir unsere Spieler schon lange nicht mehr mit Würstchen vom Metzger Balles und unser Präsident Machmeier nutzt natürlich seine Connections um Sponsoren zu gewinnen aber alles das ist nicht zu vergleichen mit den finanziellen Mitteln der oben genannten Vereine.

 

Große Vereine werden in der kommenden Saison unsere Gegner sein. Für einige Sandhäuser Fans werden manche Spiele ganz besonders. So kommt es nun zum direkten Aufeinandertreffen des SVS mit „seinem anderen Lieblingsverein“, denn wer von uns sympathisiert nicht noch mit einen anderen Verein neben dem SVS? Die meisten von uns wohl mit irgendwelchen Erstligisten, aber auch ganz viele mit Vereinen die nächste Saison in der zweiten Liga spielen. So liegt dem Schreiber dieser Zeilen ein Zweitligaverein aus dem Norden ganz besonders am Herzen. Aber ich habe mich bereits festgelegt, mein Herz schlägt auch in diesen Spielen für den SVS!

Freuen wir uns nun erst mal auf alles was kommen wird. Auf Spiele gegen den 1. FC Köln, den 1.FC Kaiserslautern,  den FC St. Pauli, 1860 München und viele mehr. Freuen wir uns auf tolle Auswärtsfahren in die Rhein-Energie-Arena, das Fritz-Walter-Stadion, das Millerntor oder die Allianz Arena.

 

Eine super Saison liegt hinter uns, gekrönt mit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga. Danke daher allen die dazu beigetragen haben! Danke an die Mannschaft, Danke an die Trainer, Danke an alle SVS Verantwortlichen und Danke an alle Fans die in guten und auch schlechten Zeiten immer für den SVS da waren.

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